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Wir begrüßen Sie ganz herzlich auf dem Blog des internationalen Übersetzerprojektes poetry tREnD. Sie finden hier Texte, die wir nach dem Werkstatt-Prinzip übersetzt haben. Wir wünschen Ihnen beim Lesen viel Spaß!


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Samstag, 28. Juni 2008

Louisa Hooper was born and brought up in London. She graduated from Cambridge in English Literature and gained a Masters Degree in Creative Writing at Bath Spa. Having taught English in Japan and the UK, Louisa now works in publishing in London. She has been writing poetry for a number of years and her work features in the third Poetry School anthology I Am Twenty People! (Enitharmon 2007). She has also had poems published in Tabla, Magma and Citizen 32 and was a winner in the Barnet Open Poetry Competition in 2001. She is an editor of Brittle Star magazine and was a poetry judge for the Koestler competition in 2007.
Quelle: poetry p f

Beggar on the Tube

If you were dying, let’s imagine it—
it costs me almost nothing after all—
in Technicolor, say you’d just been stabbed,
blood wet, red through your shirt, face tight with pain
and with the effort of remaining quite
polite, lest messy in your death throes, you
offend me, jeopardise my sympathy,
would I still lock my eyes inside this book,
see nothing but a pair of ancient scales,
hanging uneven as an unseen hand
adds yet another stone to the left side;
then shocked for o a second maybe more
that I don’t help you, quickly lose myself
in thinking up the words for this first line.

Louisa Hooper
published in Citizen 32, Issue 2, Oct 2004
Die Dichterin Katherine Gallagher stammt ursprünglich aus Australien, wirkt und schreibt seit 1979 in London. Zu ihren Veröffentlichungen zählen Gedichtsammlungen wie Circus Apprentice (Arc Publication, 2006), The Eye´s Circle (Rigmarole, 1974), Passengers to the City (Hole & Iremonger, 1985), Fish-rings on Water (Forest Books, 1989), Finding the Prince (Hearing Eye Pamphlet Series, 1993) und Tigers on the Silk Road (Arc Publication, 2000).
Katherine Gallagher engagiert sich für junge Autoren und schreibt Gedichte für Kinder, organisiert zahlreiche Workshops und Wettkämpfe. 2005 veröffentlichte Vagabond Press After Kandinsky, eine Reihe von Gedichten über Kandinskygemälde in limitierter Auflage.
Über Tigers on the Silk Road sagte Less Murray: „Dieses Buch ist ein wunderschön glänzender braunes Samen, und in sich trägt er einen starken, großen Baum.“

Judith Königer
Gelb, Rot, Blau
(nach Kandinsky, 1925)

Schau die Augen des Tieres, die flugs um Ecken flitzen,
flinker als ein Engel Paßwörter schöpft aus der Luft
in einem Netz aus Gelb. Wolkensicher, zeichnet sich das Leben selbst.
Ein Kreis nach dem anderen ist im Geheimnis
einer Linie aufgenommen schneller als ein Pfeil, Schuß von links nach rechts
die dunklen Ecken drehen sich ein,
während das Meer die Klippen aufsteigt.

Da stolziert eine Katze aus den Wellen,
offenen Auges auf das Feuer in der Mitte zu,
die roten Wogen angefacht, färben sich purpur,
umgeben von lilablaßblau, das übergeht
in den Puzzle-Zauber. Vielfach Mögliches
schwingt mit, bildet Muster für Liebeslieder
die das Herz immer wieder für sich will.

Im Hintergrund, dunkle Monde, unverwüstlich,
jonglieren Flickwerk aus Vierecken, Geraden und Kurven.
Licht prallt ab, als endlich das perfekte Blau,
langersehnt, einfällt, sich überschlägt im
Auge des Sturmes unter Rottönen, Purpurtönen,
aller Schattierungen – dieses Land hält dich an, wiederzukehren,
jenes bringt dich heim zu dir selbst.

Übersetzt von Barbara Oberhäuser


Gelb, Rot, Blau
(nach Kandinsky, 1925)

Schau die Tieraugen, die Ecken schneller umflitzen
als ein Engel Losungen in einem Netz aus Gelb
haucht. Wolken-sicher facht sich das Leben selbst an.
Kreis um Kreis – kartographiert im Geheimnis
einer Linie schneller als ein Pfeil, ein Schuss von links nach rechts,
die dunklen Ecken ziehen sich in sich selbst zurück,
während die See die Klippen erklimmt.

Sogleich spaziert eine Katze aufrecht aus den Wogen,
die Augen geöffnet, mit Kurs auf das Feuer im Mittelpunkt,
die roten Wellen angefacht, in Purpur verwandelt,
umrahmt von Violetttönen, die die Zauberformel
des Puzzles tragen. Wege vervielfachen sich,
strahlen aus, zeichnen Muster für Liebeslieder,
die das Herz immerzu fort beansprucht.

Im Hintergrund jonglieren dunkle Monde, unverwüstlich,
Patchworkbilder, Linien und Kurven.
Licht prallt von ihnen ab als endlich das vollkommene Blau,
auf das du gewartet hast, eintaucht, einstürzt
in die Stille des Sturms, zwischen der Vielfalt von Rot, Violett,
all die Nuancen – dieses Land, zu dem du immer wieder zurückkehrst,
das dich zu dir selbst nachhause geleitet.

Übersetzt von Maria Luise Schlay


Gelb, Rot, Blau
(nach Kandinsky, 1925)

Gib acht auf die tierischen Augen, die schneller
die Ecken erkunden, als ein Engel die Parole flüstert
in einer Verflechtung von Gelb. Wolkensicher das Leben bejaht sich.
Ein Kreis nach dem anderen zeichnen das Rätsel
einer Linie flinker als ein Pfeil, nach rechts abgeschossen,
die dunklen Ecken kippen in sich selbst,
während das Meer klippenhoch steigt.

Sogleich stolziert eine Katze aus den Wogen empor
Augen weit offen, auf den Kern aus Feuer zusteuernd
angefacht, werden die glutroten Wogen zu Karminrot
umgarnt von Tönen von Purpur, die stets
den Zauber der Säge verlocken. Die Palette vermehrt sich,
findet in Liebesliedmustern Nachhall,
was das Herz immer und ewig begehrt.

Im Hintergrund die finsteren Monde
jonglieren mit Fetzen von Vierecken, Streifen und Kurven.
Licht prallt ab als endlich das vollkommene Blau,
das du so lange begehrt hast, sich fallen läßt, sich überschlägt
in die Stille des Sturmes, zwischen so viele Töne von Rot, Purpurrot
alle Schattierungen des Landes, zu dem du stets zurück findest,
das dich treuevoll zu dir selber begleitet.

Übersetzt von Aprilia Zank
Katherine Gallagher is a widely-published Australian poet resident in London since 1979. Winner of the 1981 Warana Prize, her books include Circus Apprentice, (Arc Publications, 2006), The Eye’s Circle (Rigmarole, 1974), Passengers to the City (Hale & Iremonger, 1985), Fish-rings on Water (Forest Books, 1989) Finding the Prince (Hearing Eye Pamphlet Series, 1993), a translation of Jean-Jacques Celly’s poems, The Sleepwalker with Eyes of Clay (Forest Books, 1994) and Tigers on the Silk Road (Arc Publications, 2000). Passengers to the Citywas shortlisted for the 1986 Adelaide Festival National Poetry Awards. Tigers on the Silk Road is distributed in Australia by Fremantle Arts Centre Press/Penguin. In 2005, Vagabond Press published After Kandinsky, a limited edition series of poems on Kandinsky paintings, in their Rare Objects Series.

Quelle poetry p f


Yellow, Red, Blue

(after Kandinsky, 1925)

Watch the animal eyes that whisk corners
faster than an angel breathing passwords
in a mesh of yellow. Cloud-sure, life flags itself on.
Circle after circle is mapped in the mystery
of a line quicker than an arrow, shot from left to right,
the dark corners turned in on themselves,
while the sea advances up the cliffs.

Presently a cat walks tall out of the waves,
eyes open, heading for the fire at the centre,
the red waves fanned, turned crimson,
surrounded by purples that ferry
the jigsaw's spell. Choices multiply,
resonate, form patterns for love-songs
the heart claims again and again.

In the background, dark moons, resilient,
juggle patchwork squares, lines, and curves.
Light bounces off them as finally the perfect blue
you've been waiting for, dips, tumbles
into the still of the storm, among reds, purples,
all shades - this country you keep coming back to,
that walks you home to yourself.

Katherine Gallagher
Collection Circus Apprentice, 2006,
Arc Publications, ISBN 1-904614-02-7
and in After Kandinsky, 2005,
Vagabond Press, Rare Objects Series
Nigel Forde begann seine Schauspielkarriere am York Theatre Royal und ist Mitbegründer von Riding Lights Theatre Co. Im Moment arbeitet er hauptsächlich als Autor. Er hat einige Dichterpreise gewonnen. Er schrieb das Drehbuch für drei Folgen der Serie „Testament“, wovon eine für die BAFTA nominiert wurde und einen EMMY gewann.
Er veröffentlichte bis heute acht Bücher, vier davon über Poesie, eine kritische Anthologie von G.K. Chesterton, und eine Studie über Literatur und Glauben: The Lantern and the Looking-Glass. Seine Theaterstücke Friendly Fire, High Tide, The Last Cuckoo und seine Bühnenumsetzung von The Screwtape Letters sind auf Tournee.
A Map of the Territory ist sein aktuellstes Werk mit Gedichten und wurde im November 2003 von Oxford/Carcanet veröffentlicht. Er leitet eine Zweigstelle der Poetry School in Pocklington.

Lukas Sonnberger


Das Gesetz des abnehmenden Abschieds

Ich mache Tee mit dem Wasser, das du gekocht hast,
Bevor du gingst; benutze deine Lieblingstasse.
Ich wähle dieses Buch, weil du es zuletzt gelesen hast.
Das Feuer habe ich tagelang brennen lassen: Diese Flammen
Sind immer noch jene, die du gesehen. Der Milchkrug? Bleibt,
Weil du ihn dort stehen ließest. Ich mache mir selbst etwas vor
Mit Souvenirs, Verbindungen, die dich gegenwärtig machen sollen,
Aber deine Abwesenheit mit einem Schlag in jede Handlung dreschen.

Ich bewahre Dinge zu lange auf; Kerzen, die ich nicht verbrenne,
Holzscheite, dito, aufgehoben für Feste oder Regentage;
Die Aussichten für das Morgen könnten schlimmer sein.
Und jetzt ist es das. Ich habe dich lang genug gehalten.
Ich lerne an dem kalten Raum Gefallen zu finden,
Der sich um meine Hand schließt, statt deiner,
Und gehe über Gras, um des aufgehenden Mondes zu wachen,
Denn vielleicht wachst auch du. Deshalb.

Übersetzt von Chrissanti Moukrioti


Das Gesetzt vom Mindern der Trennungen

Ich mache Tee mit dem Wasser, das du abgekocht hast,
Bevor du gingst; hab deine Lieblingstasse genommen.
Ich wähle dieses Buch, weil du das als letztes gelesen hast.
Das Feuer hab ich tagelang hier drinnen lodern lassen: diese Flammen
Sind dieselben die du sahst. Die Milchkanne? Bleibt,
Weil du sie hier zurückgelassen hast. Ich betrüge mich
Mit Glücksbringern, Verbindungen, die dich wahr machen sollen,
Aber deine Abwesenheit in jede Handlung zementieren.

Ich behalte Dinge viel zu lang; Kerzen, die ich nicht anzünde,
Das Holz genau so, für Feste oder Regentage.
Die Möglichkeit besteht, dass morgen schlimmer sein könnte.
Und jetzt ist es geschehen. Ich hab dich lang genug behalten.
Ich lerne die lieblose Leere zu genießen,
Die meine Hand umschließt anstelle von deiner,
Und wandere auf Wiesen, den aufsteigenden Mond zu betrachten
Weil du ihn dir gerade vielleicht auch ansiehst. Weil.

Übersetzt von Nils Osowski


Das Gesetz verschwindender Sehnsüchte

Ich mache Tee von dem Wasser, das du aufgesetzt hast
Bevor du gegangen bist; benutze deine Lieblingstasse.
Ich wähle dieses Buch, weil du es zuletzt gelesen hast.
Das Feuer habe ich tagelang am Leben erhalten: Diese Flammen
Hast du noch gesehen. Die Milchkanne? Steht unverändert,
Weil du sie dort gelassen hast. Ich halte mich selbst zum Narren
Mit Schmeicheleien, Erinnerungen, die dich wahr werden lassen sollten,
Aber jede Handlung mit deiner Abwesenheit prägen.

Ich behalte Dinge zu lange; Kerzen, die ich nicht anzünden werde,
Holzscheite ebenfalls, aufbewahrt für Feste oder Regentage;
Die Chancen stehen gut, dass es morgen schlimmer sein könnte.
Und nun ist es so. Ich habe dich lange genug aufbewahrt.
Ich lerne, das frostige Nichts zu genießen
Das sich statt deiner Hand um meine schließt,
Und laufe auf Gras, um den aufgehenden Mond zu betrachten,
Weil du das auch gerade tun könntest. Deswegen.

Übersetzt von Lukas Sonnberger
Nigel Forde began his career as an actor at York Theatre Royal. He works primarily, now, as a writer. He has won several poetry prizes, and a musical written with Arnold Wesker was premiered recently in Japan. He wrote the screenplay for three of BBC 2’s animated series Testament, one of which won an EMMY, and his latest film was awarded the Special Distinction at the 2002 Anneçy International Animation Festival. He wrote two films in Norman Stone’s series ‘Tales from the Madhouse’ and the script for Channel 4's experimental ‘Play in a Week’. He has published eight books to date including four of poetry, a critical anthology of G.K.Chesterton, and a study of Literature and belief: The Lantern and the Looking-Glass. His plays Friendly Fire, High Tide and The Last Cuckoo are touring at the moment in Britain and the USA, His latest book of poems A Map of the Territory, was published in November 2003 by Oxford/Carcanet. In Pocklington he runs a branch of the Poetry Society’s Poetry School.
Quelle: poetry p f
The Law of Diminishing Departures

I make tea from the water that you boiled
Before you left; use your special cup.
I choose this book because you read it last.
The fire I’ve kept in for days: these flames
Are still the ones you saw. The milk jug? Stet,
Because you left it there. I fool myself
With charms, connections, that should make you real
But punch your absence into every act.

I keep things too long; candles I won’t burn,
Logs, ditto, saved for feasts or rainy days;
The chances are tomorrow could be worse.
And now it is. I’ve kept you long enough.
I study to enjoy the chilly space
That closes round my hand instead of yours,
And walk on grass to watch the rising moon
Because you might be watching too. Because.

in collection A Map of the Territory, 2003, Carcanet/OxfordPoets
ISBN-10: 1 90303 969 X, ISBN-13: 978 1 903 03969 4
Michael Bartholomew-Biggs wurde in Essex geboren und wuchs in Surrey und Middlesex auf. Seit jeher war er fasziniert von mathematischen Formeln, strebte deshalb zunächst eine Forschungs-Stelle in der Flugzeug-Industrie an . In den späten 80er Jahren begann er, Gedichte zu verfassen und hat seine ersten Erfolge und Veröffentlichungen in Zeitschriften. Neben seinem Herausgeber ermutigte ihn v.a. seine Frau, seine poetische Karriere fortzusetzen. Nun führen sie gemeinsam ein Projekt namens „Poetry in the Crypt“ in einer Kirche in Islington. Mittlerweile kann Michael auf einige Publikationen in Zeitschriften und Anthologien zurückblicken. Zum Teil nimmt der Autor selbst die Rolle des Protagonisten ein, zum Teil die des Beobachters. Ein wiederkehrendes Thema ist die Suche danach, „was wirklich passierte“.

Anna Barbara Braun



Wen auch immer es betreffen mag

Als ich hörte, auf welche Weise sie dich behandelten,
wollte ich, sehr ruhig,
mein Glas gegen die Tisch-Platte schmettern.
Und das würde bezeugen,
dass ich mit ihnen nichts zu tun hatte -
nicht mit den Grenz-Beamten
die durch deine Papiere wühlten
noch mit den Urhebern ihrer Einbrecher-Fragen,
die so gestellt werden, um die falschen Antworten entschlüpfen zu lassen,
wie Bolzen die langsam weggezogen werden quer über eine Falltür.
Ich wollte ihre schmierige Vermutung niederschreien
meines stummen Einverständnisses,
dich zu brandmarken, deiner Kleider zu berauben und dich tanzen zu lassen.
Verneinungen allein würden nicht reichen
für jene, die ihre eigene kleine hässliche Wahl treffen.
Deshalb musste ich, sehr einfach,
wissen, ob Gott die Frage beantworten könnte,
inwieweit unseresgleichen
eine Ahnung der Mittäterschaft auf uns nehmen sollte,
wenn wir uns daran erinnern, wie sie dich behandelten.

Übersetzt von Anna Barbara Braun


An diejenigen, die es betrifft

Als ich hörte, wie sie dich behandelt hatten
wollte ich, ganz ruhig,
mein Glas gegen die Tischplatte schmettern.
Und das würde bezeugen,
dass ich nichts mit ihnen zu tun hatte –
nicht mit den Grenzbeamten,
die sich durch deine Papiere wühlten,
oder den Verfassern ihrer Einbrecher-Fragen,
so geformt, dass sie die falschen Antworten heraus gleiten lassen
wie die langsam zurück gezogenen Riegel einer Falltür.
Niederschreien wollte ich ihre selbstgefällige Annahme
meiner stillen Zustimmung
dich zu brandmarken, deine Kleider zu stehlen und dich tanzen zu lassen.
Leugnen allein ist nicht genug
für diejenigen, die ihre eigenen kleinen schmutzigen Entscheidungen treffen.
Ich musste, ganz einfach,
wissen ob Gott die Frage beantworten könnte,
wie ernst diejenigen von uns
eine Ahnung von Mittäterschaft nehmen sollte,
wenn wir uns daran erinnern wie sie dich behandelten.

Übersetzt von Miriam Bross


An die Betroffenen

Als ich hörte, wie sie Dich behandelt hatten
da wollte ich, ganz ruhig,
mein Glas auf der Tischplatte zertrümmern.
Und das würde bezeugen
Ich hatte nichts mit ihnen zu tun -
weder mit den Grenzbeamten,
die Deine Papiere durchwühlten,
noch den Schreibern ihrer Dietrichfragen,
so geformt, dass die falschen Antworten herausrutschen mussten
wie Bolzen an einer Falltür, die langsam zurückgezogen werden.
Ich wollte sie niederschreien, ihr schmierige Annahme
meiner stummen Zustimmung
Dich zu brandmarken, Deine Kleider zu nehmen und Dich tanzen zu lassen.
Leugnen allein wird nicht ausreichen
für jene, die ihre eigenen kleinen schmutzigen Entscheidungen fällen.
Da musste ich, ganz einfach,
wissen, ob Gott beantworten könnte,
inwiefern Meinesgleichen einen Hauch von Mitschuld tragen sollten
wenn wir daran denken, wie sie Dich behandelten.

Übersetzt von Anna Hubrich
Michael Bartholomew-Biggs was born in Essex and grew up in Surrey and Middlesex. He started his career as a research mathematician in the aircraft industry and in higher education. In the late 1980’s he began writing poetry and found early encouragement at the Toddington Poetry Society. In 1995, he had the good fortune to meet the Canadian poet Nancy Mattson at Lumb Bank. This encounter led rapidly to marriage and a move from rural Bedfordshire to London where he and Nancy now run the Poetry in the Crypt events at St Mary’s Church in Islington. Since 1998 he has had several chapbook collections published and his poems have continued to appear in magazines and anthologies. He is currently awaiting good news about a first full collection.
Quelle: poetry p f

To Whom it may Concern

When I heard the way they'd treated you
I wanted, very calmly,
to crush my glass against the table top.
And that would testify
I hadn't anything to do with them –
not the border clerks
who fingered through your papers,
nor the authors of their picklock questions,
shaped to make the wrong replies slide out
like bolts drawn slowly back across a trapdoor.
I wanted to shout down their smug assumption
of my mute agreement
to brand you, steal your clothes and make you dance.
Denials alone won't do
for those who make their own small ugly choices.
I needed, very simply,
to know if God could answer
the question of how far the likes of us
should take an inkling of complicity
when we remember how they treated you.

Michael Bartholomew-Biggs
from Inklings of Complicity, Pikestaff Press,
2003, ISBN 1 900974 23 1



In den folgenden Labels finden sie den vierten Teil unserer Übersetzungen (poetry tREnD #4). Zusätzlich erhalten sie Informationen über den oder die AutorIn.
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Under the following labels you will find the fourth part of our translations (poetry tREnD #4) and some information about the authors.
Mit Freude und Erstaunen habe ich mir die ersten Ergebnisse der literarischen Übersetzungsarbeit der d i c h t h a u e r beim internationalen Übersetzungsprojekt (englisch-deutsch) poetry tREnD im Rahmen des Semesterprogramms des Instituts für Deutsch als Fremdsprache/ Transkulturelle Germanistik angesehen. Wie man sehen kann, ist das für unsere Studenten eine ausgezeichnete Übung, die sehr anspruchsvolle literarische Sprache von Gedichten im Deutschen nachzuvollziehen. Es sind schon gute Ansätze zu sehen, aus der Haltung des Klärens, Erklärens und Beschreibens des fremdsprachigen Gedichts zu einer immitierenden Neuschöpfung aus der eigenen Sprache, in der Übernahme von Sprechhaltung, Tonfall, Pose usw., zu kommen.
Dr. Karl Esselborn

"Tracing through the 3 different versions of my poem has been a pretty extraordinary and fascinating experience. Mostly, I'd just like to say thanks to those who devoted so much time and effort to it!
Two further thoughts occur. Firstly, that this particular poem must be rather a nightmare to translate as it has a lot of (rather uncharacteristic for me) slanginess in the language - to do with the kind of milieu it is trying to evoke - a low budget, second-rate kind of world where most things are at best semi-genuine. This sort of language - very compressed and idiomatic - must be tough to render into another language.
Secondly, I see just how many potential pitfalls there are in the process of translating. My German is not up to judging whether these versions of my poem might do this - but what a terrific project! “

Martyn Crucefix

Samstag, 21. Juni 2008

I think the whole business of translation is fascinating, the problem of rendering something written in another language into a poem which is true to the original but also a good poem in the new language. My specific comments/ observations are necessarily limited because of my lack of German. However all three seem to remain true to the original in spirit and when spoken by someone who can speak German still sound like my poem, but inhabited by someone else who has worked hard to honour both the original and the host language. I feel grateful for the way this enables me to see the poem in its own right, without my attachment to it as author. There are many places where the translation is quite literal, and sometimes all three versions are exactly the same, but what is interesting is where they differ, and how many different ways there are of saying the same thing and how they all alter the sound.
Mike Barlow

Mittwoch, 18. Juni 2008

It may seem rather old fashioned to simply declare that I felt very proud to see the result of your hard work. Such interest is surely the lifeblood for any writer - especially this writer! To know that one's work is being read and translated into another language is not only enormously encouraging, but real and tangible proof of connecting with a valued audience. Once again, congratulations - and many thanks - to you all.
Michael di Placido
Thank you for the translations of my prose poem cloud. I have no knowledge of German so it feels very odd for me to read these differing translations. I love the word Wolke. I like the fact I have written a poem with this title in German. I would love to hear someone read these translations so I can know how it sounds. Perhaps at a reading I will read my English version, and someone to read a German translation. A future project perhaps? Anyway, thank you, it is very inspiring and interesting. I will post a link to it on my myspace blog.
Annie Clarkson

Montag, 16. Juni 2008

I was delighted to read the three very different versions of my poem. Even though I know little German, I was able to read and understand the different choices – very challenging to translate nuances, so I congratulate the translators on their care and sensitivity. Many thanks. Very exciting!

Roselle Angwin

Sonntag, 15. Juni 2008

Über Victoria Field:
Victoria Field wurde 1963 in London geboren, zog 1999 nach Cornwall, wo sie heute als Schriftstellerin und Schreibtherapeutin arbeitet. 2006 wurde sie von der US National Association for Poetry Therapy zur Schreibtherapeutin zertifiziert und erhielt einen Pioneer Award für ihre Arbeit. Inzwischen hat sie zwei Bücher über therapeutisches Schreiben mit herausgegeben. Nach Aufenthalten in der Tükei, Russland und Pakistan veröffentlichete sie zwei Poesie Sammlungen: Olga's Dreams und Many Waters. Victorias Literatur gewann viele Preise, einige Stücke wurden von BBC Radio Cornwall gesendet. Sie ist ein Mitglied der Falmouth Poetry Gruppe und frühere Vorsitzende von Lapidus.
(c) Barbara Oberhäuser

Der Wind-Mann
nach Lorca
Weg wandte die blasse Sonne ihr Angesicht
als der Wind mich durchdrang gewaltsam
schrieen Kühe nach ihren Kälbern, verstummten
in den schwarzen Feldern von Suffolk
Stille, wie Sterne

Liess ich seine gewaltvollen Hände
mich auf meine Schaukel heben
fuhr mir untern blauen Dirndl-Rock
wie ein Handpuppenspieler
und flüsterte von Ozeanen
und Flugzeugen

Der Wind lebte in meinem Kissen
blies durch meine Träume
Er folgte mir, als ich mich abstrampelte
nach Folkestone runter,
nahm den Bus Nr 10
traf Zigeuner in Hastings

Er raubte mich von den weißen Türmen
wo die Engländer wohnen,
fuhren wir den Elster Weg
nach Usbekistan, nahmen Ponies
durch den Amazonas
fütterten weiße Pfauen in Shangri-La

Ich versuchte ihm zu entkommen, stieg hinab
den dunklen Mittelpunkt der Erde
wusch meine Wunden in roten Flüssen
tauchte auf, klar und sauber wie eine Lilie
er aber war da, mich zurückzufordern,
zückte sein Schwert in seiner Wut

Helle Engel verschwanden
als er meine Lippen befeuchtete
mit Gin und warmer Milch
peitschte er die Wellen im Meer
hielt meine Knöchel dem Mond entgegen

Mein Bestürmer, mein warmer Wind
spottet meiner mit
Gärten und Marmelade
hörig macht er mich, süchtig
nach den Saharas,
Sibirien
Übersetzt von Barbara Oberhäuser
---
Der Wind – Mann

nach Lorca

Die bleiche Sonne wandte ihr Antlitz ab
als der Wind kam, um sich an mir zu vergreifen
Kühe, die nach ihren Kälbern riefen
auf den schwarzen Suffolk Feldern
schwiegen, still wie Sterne

Ungehindert schob er mit mächtigen Händen
meine Schaukel empor
Zog meinen Sooty-and-Sweep
blauen Dirndlrock zu sich hoch
flüsterte dabei von Ozeanen und
Fliegern

Der Wind lebte in meinem Kissen
blies durch meine Träume hindurch
Verfolgte mich, als ich außer Atem
hinunter nach Folkstone mit dem Rad fuhr
oder den Bus Nummer 10 nahm,
oder auf Zigeuner in Hastings traf

Er verschleppte mich aus den weißen Türmen
von dort, wo die Engländer leben
Wir fuhren den Weg der Elstern
nach Usbekistan, nahmen Ponys
durch den Amazonas
fütterten weiße Pfaue in Shangri-La

Ich versuchte ihm zu entkommen
kroch hinunter zum dunklen Kern der Erde
wusch meine Wunden in roten Flüssen
tauchte auf, makellos und rein wie eine Lilie
doch da war er wieder um mich ein zu fangen
blitzte mit seinem Schwert voller Rage

Funkelnde Engel verschwanden
als er meine Lippen benetzte
mit Gin und lauwarmer Milch
beflügelte die Wogen der Meere
fesselte meine Knöchel mit Mondstrahlen

Mein Verführer, mein warmer Wind
verhöhnt mich
mit Gärten und Marmelade
Er macht mich süchtig, ich bettle darum,
um Saharas,
um Sibirien

Übersetzt von Aprilia Zank
---
Der Wind-Mann
nach Lorca
Die fahle Sonne wandte ihr Gesicht
als der Wind kam, mich gewaltsam nahm
Kühe, die nach ihren Kälbern schrien
auf den schwarzen Suffolk Weiden
wurden still wie Sterne

Ich erlaubte seinen breiten Händen
mich hoch hinauf zu stoßen auf der Schaukel
Er lüftete meinen blauen
Sooty-and-Sweep Dirndlrock
und wisperte von Ozeanen
und Luftfahrzeugen

Der Wind hauste in meinem Kissen
blies durch meine Träume
Er verfolgte mich, wenn ich kräftig in die Pedale
trat runter nach Folkestone
den Bus Nummer 10 nahm
Zigeuner in Hastings traf

Er raubte mich aus den weißen Türmen
wo die Engländer leben
Wir fuhren den Elster-Weg
nach Usbekistan, nahmen Ponys
durch den Amazonas
fütterten weiße Pfauen in Shangri-La

Ich versuchte ihm zu entfliehen, stieg
die finstere Mitte der Erde hinab
wusch meine Wunden in roten Flüssen
tauchte auf, klar und rein wie eine Lilie
aber er war da, forderte mich zurück
zückte sein Schwert in seinem Zorn

Lichte Engel schwanden dahin
als er meine Lippen benetzte
mit Gin und warmer Milch
die Wellen auf See anschwellen ließ
meine Knöchel an den Mond fesselte

Mein Peiniger, mein jähzorniger Wind
verhöhnt mich
mit Gärten und Marmelade
Er nötigt mich danach zu betteln
nach Saharas
Siberien
Übersetzt von Sabine Stiglmayr
Über Martina Evans:
Martina Evans wuchs als die jüngste von zehn Geschwistern im County Cork, Irland, auf. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Röntgenassistentin in Dublin und ging 1988 nach London, um dort ihren Beruf auszuüben. Seit 1996 widmet sich Martina hauptberuflich dem Schreiben. Ihre erste Gedichtsammlung ist 1995 unter dem Titel The Iniscarra Bar and Cycle Rest (Rockingham Press) erschienen; es folgten die Sammlungen All Alcoholics Are Charmers (Anvil Press, 1998) und Can Dentists Be Trusted? (Anvil Press, 2004). Außerdem hat Martina bereits drei Romane veröffentlicht – Midnight Feast (Sinclair-Stevenson, 1996), The Glass Mountain (Sinclair-Stevenson, 1997) und No Drinking No Dancing No Doctors (Bloomsbury, 1999). Sie wurde bereits mit dem Betty Trask Award und einem Arts Council of England Writer’s Award ausgezeichnet.
(c) Maria Luise Schlay

Die australische Decke

Einige Besucher brachten sie
vor vielen Jahren. Sie war aus Kaschmir
glaube ich, zu gut jedenfalls
sagte meine Mutter, für ein Picknick.
Beige und milchig kakaofarben
pink-braun und cremeweiß, sie roch
süß und nussig wie diese
weichen, kuscheltierartigen Kängurus, Koalas und Wallabys
die ich mir unter meinen corkonischen Füßen vorstellte,
wie sie dahin hüpften in einer heißen Traumwelt voll von Gummibäumen
wo der Kookaburra sich kaputtlachte.
Die Lippen meines Vaters vor Begeisterung geschürzt
wenn er den Namen der Stadt Geelong aussprach,
als machte er sich bereit in ein
unsichtbares Didgeridoo zu blasen.
Ich hielt meine Nase an die gefaltete Süße der Decke,
flüsterte
Känguru, Koala, Wallaby,
dachte an zukünftige Picknicks
wenn die Decke alt genug wäre
um sie mitzunehmen und unten am Fluss auszubreiten.
Jahre später suchte ich in der Waschküche
und fand sie, noch immer gefaltet, alt und merkwürdig
geruchlos. Die Motten hatten sie ganz zerfressen
und als ich sie auffaltete formten die Löcher
ein Muster wie die Schneeflocken und Sterne
die wir aus Papier ausschnitten vor vielen Jahren.

Übersetzt von Anna Hubrich
---

Der australische Teppich
-
Besucher hatten ihn mitgebracht,
vor Jahren. Er war aus Kaschmir
denke ich, zu gut jedenfalls
für Picknicks, sagte meine Mutter.
Beige und milchig kakaofarben
pinkbraun und creme, roch er
süß und nussig wie diese
weichen kuscheltierartigen Kängurus, Koalas und Wallabies,
die ich mir unter meinen korkonischen Füßen vorstellte -
hüpfend in einer heißen Welt aus Gummibäumen,
wo sich der Kookaburra totlacht.
Die Lippen meines Vaters kräuselten sich vor Vergnügen
wenn er den Namen eines Ortes - genannt Geelong - aussprach,
als ob er sich darauf vorbereitete
in ein unsichtbares Digeridoo zu blasen.
Ich steckte meine Nase in die gefaltete Süße des Teppichs,
und flüsterte
Känguru, Koala, Wallaby,
dachte an zukünftige Picknicks
wenn der Teppich alt genug sein würde
mit hinausgenommen und ausgebreitet zu werden – unten am Fluss.
Jahre später, als ich in der Wäschekammer suchte
Fand ich ihn, noch gefaltet, alt und merkwürdig
geruchlos. Die Motten hatten mitten durch gefressen
und wenn ich ihn öffnete, dann formten die Löcher
ein Muster wie die Schneeflocken und Sterne
die wir aus Papier gemacht hatten, vor Jahren.

Übersetzt von Barbara Koch

Die australische Decke

Besucher brachten sie mit
Jahre zuvor. Sie war aus Kaschmir,
glaube ich, zu gut jedenfalls,
sagte meine Mutter, für Picknicks.
Beige und milchschokoladenbraun,
rosa-braun und cremefarben, roch sie
süß und nussig wie diese
kuscheltier-weichen Känguruhs, Koalas und Wallabys,
die ich mir vorstellte unter meinen Corker Füßen, wie sie
entlanghüpften in einer heißen Traumwelt von Gummibäumen,
wo sich der Kookaburra um Kopf und Kragen lachte.
Meines Vaters Lippen schürzten sich vor Vergnügen
als er den Namen eines Ortes aussprach: Geelong,
als ob er sich zu blasen fertigmachte
in ein unsichtbares Didgeridoo.
Ich bohrte meine Nase in die gefaltete Süße der Decke
Wisperte
Känguruh, Koala, Wallaby,
dachte an kommende Picknicks
wenn die Decke alt genug wäre, daß man sie
hinausnähme und ausbreitete unten am Fluß.
Jahre später, auf der Suche in der Waschküche
fand ich sie, immer noch gefaltet, alt und seltsam
geruchslos. Die Motten hatten sich durchgefressen
und als ich sie aufschlug, formten die Löcher
ein Muster wie jene Schneeflocken und Sterne
die wir aus Papier gemacht hatten, Jahre zuvor.
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Übersetzt von Julia Offermann
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Die australische Wolldecke
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Ein paar Besucher brachten sie
vor Jahren mit. Ich glaube,
sie war aus Kaschmir hergestellt, zu gut jedenfalls,
wie meine Mutter meinte, für Picknicks.
Rehbraun und milchig kakao-
rosarotbraun und cremefarben, duftete sie
süß und nussig wie diese
weichen, plüschgleichen Kängurus, Koalas und Wallabys,
die ich mir unter meinen Cork’schen Füßen vorstellte,
nebeneinander her hüpfend in einer heißen Traumwelt aus Gummibäumen,
wo der Kookaburra sich einen Ast lachte.
Die Lippen meines Vaters spitzten sich vor Freude
als er den Namen des Ortes Geelong aussprach,
so als ob er kurz davor wäre
in ein unsichtbares Didgeridoo zu blasen.
Ich steckte meine Nase in die gefaltete Süße der Wolldecke,
und flüsterte
Känguru, Koala, Wallaby,
und dachte dabei an die Picknicks, die uns noch bevorstanden,
wenn die Wolldecke alt genug sein würde,
um sie mit hinauszunehmen und unten am Fluss auszubreiten.
Jahre später, als ich in der Trockenkammer stöberte,
fand ich sie, noch immer gefaltet, alt und seltsam
geruchlos. Die Motten hatten sich durch sie hindurch genagt
und als ich sie öffnete, formten die Löcher
ein Muster wie die Schneeflocken und Sterne,
die wir vor Jahren aus Papier schnitten.

Übersetzt von Maria Luise Schlay
Über Michael di Placido:
Michael di Placido, ehemaliger Profifußballer, hat seinen Bachelor und Master in Anglistik und Poesie gemacht. Derzeit ist er Hausmann (von dubiöser Qualität) und freiberuflicher Möchtegernschriftsteller. In Vorbereitung sind u. a. gerade folgende Werke: eine erste vollständige Gedichtsammlung, eine Studie über Ted Hughes und eine Gedichtreihe, die über die Probezeit bei Manchester United im Jahre 1970 erzählt. Einige seiner Veröffentlichungen sind: 2002: The North (Vol. 31). Flamingo Land. 2003: www.limestonemag.net. Gedichte und Essays. 2004: Pennine Platform (No.56). Not Quite Birdsong. 2006: The North (Vol. 39). Gedichte Heron, Hare und Invitation. Außerdem wurde er 2004 für The Poetry Business’s Second Writing School ausgewählt.

(c) Chrissanti Moukrioti

Schrilles Pfeifen

Ein Schlächter, bei dem ich mal gearbeitet hab,
hat dauernd vor sich hingepfiffen – du kennst die Sorte:
aggressiv, herzlos. Ich stand wie so oft irgendwo
nutzlos rum und plante seinen Tod.

Tagein, tagaus an seinem Hackklotz und Speckschneider
zerriss er die Luft und ließ seinen schrillen Laut ab.
Vom Stempeln am Morgen bis zum Stempeln am Abend –
Colonel Bogey oder The Sheik of Araby.

Und man merkte, er strengte sich an –
dachte er wär gut. Ich dachte wieder
an seine Familie, wie die klarkam.
Dachte über Beileidskarten nach.

Und die anderen Schlächter? Sicherlich
forderte er sein Glück heraus
neben all den Messern und Fleischerhaken.
Nicht zu vergessen, natürlich, den Fleischwolf.

Übersetzt von Chrissanti Moukrioti
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Nicht gerade Vogelgezwitscher
Ein Schlachter da wo ich mal gearbeitet hab
hat ständig gepfiffen – man kennt solche Typen:
aggressiv, seelenlos. Ich stand
irgendwo nutzlos in der Gegend rum und plante seinen Tod.

Tagelang an seinem Hackblock und seiner Schneidemaschine
hat die Luft durchtrennt und sein schrilles Statement gemacht.
Stempeln früh stempeln spät -
Colonel Bogey oder The Sheik of Araby.

Und man konnte sehen, dass er’s versucht hat –
dachte wohl er wär gut. Hab an
seine Familie gedacht, wie die damit klarkämen.
Hab an Beileidskarten gedacht.

Und die anderen Schlachter? Sicherlich
hat er sein Glück herausgefordert
bedenkt man all die herumliegenden Messer und die Fleischhaken.
Nicht zu vergessen, natürlich, den Fleischwolf

Übersetzt von Nils Osowski
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Nicht gerade Vogelgezwitscher
Ein Schlächter, bei dem ich einmal arbeitete,
war ein Pfeifer – du kennst die Art Mensch:
aggressiv, seelenlos. Wie so oft stand ich
nutzlos rum und plante seinen Tod.

Tagelang an seinem Schneideblock und Speckschneider
zerfleischt er die Luft – teilt sich auf schrille Weise mit.
Morgens und Abends die Zeit stempeln –
Colonal Bogey oder The Sheik of Araby.

Und er strengte sich sichtlich an –
dachte er wäre gut. Ich dachte mal wieder
an seine Familie, wie die klarkamen.
Dachte an Beileidskarten.

Und die anderen Schlächter? Sicher
forderte er sein Glück heraus
inmitten all dieser Messer und Fleischerhaken.
Ganz zu schweigen vom Fleischwolf natürlich.

Übersetzt von Lukas Sonnberger
About Victoria Field:
Victoria Field was born in London in 1963. She moved to Cornwall in 1999 where she now works as a writer and poetry therapist, having previously lived and worked in Turkey, Russia and Pakistan. She has published two collections of poetry, Olga's Dreams and Many Waters, both with fal, her own award-winning small press. Many Waters is based on a year-long residency at Truro Cathedral. Her poetry has been broadcast on BBC Radio Cornwall, Radio 3 and Radio 4. She also writes fiction and drama and has had two plays produced by Hall for Cornwall: Blood (2005) and Glass Heart (2006). Her fiction, poetry and drama have won many awards.
Quelle: poetry p f

The Wind-Man

after Lorca

The pale sun turned her face
when the wind came to rape me
Cows crying for their calves
in the black Suffolk fields
fell silent as stars

I let his broad hands
push me high on my swing
He lifted my Sooty-and-Sweep
blue dirndl skirt
and whispered of oceans
and aeroplanes

The wind lived in my pillow
blew through my dreams
He followed when I pedalled
hard down to Folkestone
took the number 10 bus
met gypsies in Hastings

He lifted me from the white towers
where the English live
We drove the magpie road
to Uzbekistan, took ponies
through the Amazon
fed white peacocks at Shangri-La

I tried to escape him, descended
the earth’s dark centre
washed my wounds in red rivers
emerged, clear and clean as a lily
but he was there to reclaim me
flashing his sword in his fury

Bright angels vanished
as he moistened my lips
with gin and warm milk
quickened the waves on the sea
tied my ankles to the moon

My violator, my warm wind
taunts me
with gardens and marmalade
He makes me beg for it
for Saharas
Siberias
in collection Olga’s Dreams, 2004, fall
ISBN 0-9544980-0-3