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Sonntag, 21. Juni 2009


Amanda Sewell, 1945 geboren, hat schon als Kind angefangen zu schreiben. Sie führte ihre Ausbildung an der Universitäten von Birmingham und East Anglia und unterrichtete englisch in Paris, Sydney und Brighton. Sie ist verheiratet und hat einen Sohn. 2001 erschien ihr erster Gedichtband The Appropriate Country (Waterloo Press, Brighton), die schon in verschieden Zeitschriften wie London Magazine, The Listener, Twentieth Century, Nineties Poetry, Quadrant und Eratica veröffentlicht wurde. Die Zeit ihrer Arbeit umfasst mehr als 30 Jahren. Alan Ross, Stevie Smith und George MacBeth ermutigten sie zu schreiben.

Valentina Codevilla


Nord-Alaska

Heute ist der Himmel weißer als Schnee.
Die Sonne steht auf: rot als Bac n' Pieces
im arktischen Coastal Trading Store
an der Ecke der Ankovah-Strasse, wo
gefrorener Ozean, fest wie Pompeii,
grün als crème de menthe ist:
frierender Rahmen, ohne Ende und Grenzen.

Schwarz wie Gewehrkugeln, karikierte Schneefiguren,
wie Batman steht dieser gefrorene Gotham,
in der Tundra ist Schnee wie Eisplatte,
wie Johurt die Polarbäre mit Johanesbeeraugen,
unter der gothischen Arken von Bowhead häufen
Wal-Kiefer-Knochen: vom Hunger gestorben; überall
herrscht gigantischer, mistischer Geist: unvermesslich; schrecklich.

Polarlicht webt bunte
Vorhänge im Himmel. Browerville's bracelet
leuchtet in den Sternen. Laikas in ihren Hundenschlittentouren
bellen die ganze Nacht – beruhigt mit Schneewehen
unten der Strasse. Umgekippt, ein Chevy
ruht sich verlassen im Schnee: nehmend
auf sich die Last der Schläge des arktischen Windes.

Übersetzt von Tatiana Cherezova



Nord-Alaska

Heute ist der Himmel weisser als Schnee
Die Sonne geht auf: rot wie Bac n‘ Pieces
In dem Arctic Coastal Trading Store
An der Ecke von Ankovah Street,
wo der gefrorene Ozean, wie Pompei beständig,
ein Gemälde von grüner Crème de Menthe ist:
eine eingefrorene Fläche, mehrmals wiederholt.

Schwarz wie Gewehrkugeln, imaginäre Schneemaschinen,
Batman ausserhalb dieser gefrorenen Gotham
In der wilden Natur, mit ihrer Eisbahn,
als buttermilchige und schwarz äugige Eisbären,
Sammlung unter dem gotischen Gewölbe von Bowhead:
Kieferknochen von verhungerten Walen umgerahmt,
riesig, mythische Gespenster: gewaltig, immens.

Die Lichten im Norden binden farbige
Vorhänge im Himmel. Browervilles Armband
leuchtete bei den Sternen. Huskies bellen in deren Zwingern
Die ganze Nacht durch- von Schneewehungen
Auf der Strasse gedämpft. Nach oben gewandt liegt
im Schnee eine verlassene Chevy:
Kämpfend gegen den arktischen Wind.

Übersetzt von Valentina Codevilla



Nord-Alaska

Heute ist der Himmel weißer als Schnee.
die Sonne geht auf: rot wie Bac n' Pieces
im Arcitica Coastal Trading Store
an der Ecke der Ankovah Street, wo
der gefrorene Ozean, solide wie Pompeji,
ein Gemälde grün wie crème de menthe:
ein Standbild, wieder und wieder wiederholt.

Schwarz wie Gewehrkugeln, Zeichentrickschneemobile,
Batman raus aus diesem gefrorenen Gotham,
rauf auf die Tundra, mit ihrem Eislaufbahn-Eis,
wie Buttermilch-Polarbären mit Johannisbeer-Augen
sich versammeln unter den gotischen Bögen des Bowhead
Walkieferknochen: abgezehrt, umrahmt,
gigantisch, mythische Geister: unermeßlich, unmenschlich.

Die Nordlichter weben bunte
Vorhänge in den Himmel. Brownerville ist ein
durch Sterne erleuchteter Armreif. Huskies in ihren Hundehütten
bellen die ganze Nacht – gedämpft durch Schneeverwehungen
die Strasse hinab, nach oben gewandt, liegt ein Chevy
verlassen im Schnee:
er schultert die Hiebe des arktischen Windes.

Übersetzt von Judith Königer



Nordalaska

Der Himmel ist heute weißer als Schnee.
Die Sonne geht auf: rot wie Schinkenstücke
im Laden für Waren der arktischen Küste.
An der Ecke der Ankovah Street, dort wo
die gefrorene See liegt, hart und ewig wie Pompeji,
ist ein Gemälde, grün wie Crème de menthe:
ein Standbild, erstarrt, in zahlloser Vielfalt.

Schwarz wie ein Projektil die grobgezeichneten Motorschlitten,
Batman stürmt aus diesem gefrorenen Schilda
auf die Tundra und ihre Eisbahn,
während sich buttermilchige Eisbären mit brombeerigen Augen
unter die gotische geschwungenen Kieferknochenbögen
des Grönlandwals scharen: ausgehungert eingerahmt,
Gigantengeister des Mythos, gewaltig; unheimlich.

Es weben die Nordlichter farbige
Baldachine in den Himmel. Browerville ist ein Armreif
der von Sternenlicht strahlt. Huskys im Zwinger
bellen die ganze Nacht über, gedämpft von Schneeverwehungen
entlang der Straße. Darunten liegt ein Chevy
verlassen im Schnee.
Auf sich nimmt er die Böen des arktischen Windes.

Übersetzt von Isabella Wiegand

Amanda Sewell was born in 1945, and has been writing since childhood. She was educated at the Universities of Birmingham and East Anglia, and has taught English in Paris, Sydney and Brighton. She is married, with one son. Her first volume of poems The Appropriate Country was published in 2001, by Waterloo Press, Brighton. She had previously been published in magazines as diverse as London Magazine, The Listener, Twentieth Century, Nineties Poetry, Quadrant and Eratica. Her work spans more than three decades. The late poets Alan Ross, Stevie Smith and George MacBeth all encouraged her to write.

Quelle: poetry p f



North Alaska

Today the sky is whiter than snow.
The sun rises: red as Bac n’ Pieces
in the Arctic Coastal Trading Store
at the corner of Ankovah Street, where
the frozen ocean, solid as Pompeii,
is a tableau of crème de menthe green:
a freeze frame, repeated again and again.

Black as bullets, cartoonish snow-mobiles,
batman out of this frozen Gotham,
on to the tundra, with its skating-rink ice,
as buttermilk polar bears with curranty eyes,
gather under the gothic arches of Bowhead
whale jaw-bones: famished; framed,
gigantic, mythic ghosts: immense; immane.

The Northern Lights weave coloured
curtains in the sky. Browerville’s a bracelet
lit by stars. Huskies in their dog lots
bark all night – hushed by snow drifts
down the streets. Upturned, a Chevy
lies abandoned in the snow:
shouldering the blows of the Arctic wind.

published in collection "The Appropriate Country",
Waterloo Press, 2001