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Posts mit dem Label 093 - Mandy Pannett - Picture in Grey werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
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Sonntag, 14. Dezember 2008

Mandy Pannett betreibt ein Kunstcafé in East Sussex und arbeitet mit Autorengruppen vor Ort zusammen, berät und leitet viele Lyrik-Sessions, sowie Kurse für Kreatives Schreiben für Kinder und Erwachsene in verschiedenen Orten Großbritanniens. Ihre erste Gedichtsammlung Boy's Story kam auf CD heraus, mit musikalischen Originalbeiträgen. Zwei weitere Sammlungen ihrer Lyrik – Bee Purple and Frost Hollow – erschienen bei Oversteps Books. Ihre Gedichte wurden zudem in zahlreichen Magazinen veröffentlicht, wie Tears in the Fence, Fire, Osiris, The Journal, Envoi, The Interpreter’s House, Coffee House, Other Poetry, South, Cadenza und online in Nth Position sowie Ink-Sweat-and-Tears.

Sabine Stiglmayr


Bild in Grau


Da ist das Gefühl eines Flusses hinter einer niedrigen Mauer; Fußspuren im Herbstlaub, grauer Schein aus dem Dunst. Da sind Stunden unvergossenen Regens. Das ist eine Insel mit Straßenpflastern und zerbröckelten Häuserblocks; tiefe Landschaft, keine Farbe hier. Nichts zu tun als abwarten, bis die Lampen angezündet werden.

Fliegen in der Buttermilch flüstert das Lied. Irgendwas kratzt und gräbt. Auf dem Damm steht verloren ein steinerner Löwe im Nebel. Seine Tatze nach oben gewandt. Er fleht.

Ich verabscheue meine Vergangenheit und auch die von allen anderen brummt Magritte während er den Löwen skizziert. Er denkt über Geschützfeuer nach und einfallende Truppen. Fügt einen Mann auf der Brüstung hinzu mit Rücken zu uns; er starrt über den Vorsprung. Gibt ihm schwarze Flügel von den Schulterblättern hinunter auf den Grund. Überlegt einen Titel: Erbsensuppe, Verdrießlichkeit Paris’, Philadelphia, mal du pays... verdichtet den Nebel.

Fledermäuse zittern davon als die alten Lampen angezündet werden. Da sind Risse im Gemäuer und ein frostiger Wind. Eine Taube liegt tot in verstreutem Laub. Stunden noch bis zum Regen.

Übersetzt von Florian Hottarek



Bild in Grau

Ein gefühlter Fluß hier hinter einer niedrigen Mauer; Fußstapfen auf gefallenem Laub,
graues Licht durch den Nebel. Stunden vor dem unvergossenen Regen. Dort
Pflaster-Insel und verfallene Gebäude; eine niedrige Landschaft, hier keine Farbe.
Nichts zu tun, als warten, dass die Lampen angezündet werden.

Fliegen in der Buttermilch flüstert das Lied. Etwas kratzt und gräbt.
Am Wehr ein Steinlöwe verloren im Nebel, seine Pranke ist umgedreht. Er bettelt.

Ich verachte meine Vergangenheit und die eines jeden sonst murmelt Magritte als er den Löwen skizziert. Denkt an Gewehrfeuer und einmarschierende Truppen. Fügt einen Mann hinzu am Brückengeländer mit dem Rücken zu uns; er starrt hinüber ans Ufer. Gibt ihm schwarze Flügel von den Schulterblättern runter bis zum Boden. Überlegt einen Titel: Erbsensuppe, Verdruß von Paris, Philadelphia, mal du pays...Verdichtet sich der Nebel.

Fledermäuse jagen davon, als alte Lampen angezündet werden. Es sind Risse im Mauerwerk und ein frostiger Wind. Eine Taube liegt tot im verstreuten Blätterhaufen. Es sind noch Stunden des Regnens.


Übersetzt von Barbara Oberhäuser



Bild in Grau

Man erahnt den Fluss hinter der niedrigen Mauer; Schritte auf totem Laub,
graues Licht aus dem Dunst. Stunden vor dem unvergossenen Regen. Es
ist eine Insel aus Pflaster und verfallenen Steinblöcken; eine flache
Landschaft, bar jeder Farbe. Es bleibt nur auf das Entzünden der Laternen
zu warten.

Flies in the buttermilk säuselt das Lied. Etwas kratzt und gräbt. Auf dem
Damm verliert sich ein steinerner Löwe im Nebel. Seine Pranke ist nach
oben gewandt. Er bettelt.

Ich verabscheue meine Vergangenheit und die aller anderen murmelt
Magritte, als er den Löwen zeichnet. Denkt an Artelleriefeuer und
herannahende Truppen. Fügt einen Mann am Brückengeländer hinzu, den
Rücken zu uns gewandt; er blickt starr über die Kante. Gibt ihm schwarze
Flügel von den Schulterblättern bis hinunter zum Boden. Sinniert über
einen Titel: Erbsensuppe, Pariser Spleen, Philadelphia, mal du pays…
Verdichtet den Nebel.

Fledermäuse jagen heraus, als die alten Laternen entzündet werden. Das
Mauerwerk ist unterbrochen von ovalen Öffnungen und frostigem Wind.
Eine Taube liegt tot zwischen verwehten Blättern. Stunden vor dem Regen.

Übersetzt von Sabine Stiglmayr
Mandy Pannett runs an Arts Cafe in East Sussex and is involved in working with local writing groups, advising on and leading many sessions on poetry appreciation and writing. She also leads creative writing workshops for children and adults in various parts of the country. Her first collection of poems, Boy’s Story, was issued on CD with original music between some of the poems. Two further collections of her poetry – Bee Purple and Frost Hollow – have been published by Oversteps Books and her work has been widely published in magazines such as Tears in the Fence, Fire, Osiris, The Journal, Envoi, The Interpreter’s House, Coffee House, Other Poetry, South, Cadenza and online in Nth Position and Ink-Sweat-and-Tears.

Quelle: poetry p f


Picture in Grey

There’s the sense of a river behind a low wall; footsteps on leaf-fall, grey light through the mist. There are hours ahead for the unshed rain. This is an island of pavements and derelict blocks; a low landscape, no colour here. Nothing to do but wait for the lamps to be lit.

Flies in the buttermilk whispers the song. Something is scratching and digs. On the Embankment a stone lion is lost in the fog. His paw is upturned. He begs.

I detest my past and anyone else’s mutters Magritte as he sketches the lion. Thinks about gunfire and troops moving in. Adds a man by the parapet with his back to us; he is staring over the edge. Gives him black wings from the shoulder blades down to the ground. Considers a title: Pea soup, spleen of Paris, Philadelphia, mal du pays… Thickens the fog.

Bats skitter out as old lamps are lit. There are gaps in the masonry and a chill wind. A pigeon lies dead in a scatter of leaves. There are hours ahead for the rain.

published online in Ink-Sweat-Tears, March 2008