Herzlich Willkommen!

Wir begrüßen Sie ganz herzlich auf dem Blog des internationalen Übersetzerprojektes poetry tREnD. Sie finden hier Texte, die wir nach dem Werkstatt-Prinzip übersetzt haben. Wir wünschen Ihnen beim Lesen viel Spaß!


Deutschsprachiges Menü:
Was ist eigentlich poetry tREnD? | Basis des Projekts | Schließen
Die Gründerinnen | Die ÜbersetzerInnen | Die Unterstützer | News

English menu:
What is poetry tREnD? | The project itself | Close
Founders | Group of translators | Our Board of advisors | News
------------------------------------------------------------------------------------------ Das dichthauer-Blog erreichen sie unter folgendem Link: www.dichthauer.blogspot.com!


Posts mit dem Label 032 - Michael di Placido - Not Quite Birdsong werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label 032 - Michael di Placido - Not Quite Birdsong werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 15. Juni 2008

Über Michael di Placido:
Michael di Placido, ehemaliger Profifußballer, hat seinen Bachelor und Master in Anglistik und Poesie gemacht. Derzeit ist er Hausmann (von dubiöser Qualität) und freiberuflicher Möchtegernschriftsteller. In Vorbereitung sind u. a. gerade folgende Werke: eine erste vollständige Gedichtsammlung, eine Studie über Ted Hughes und eine Gedichtreihe, die über die Probezeit bei Manchester United im Jahre 1970 erzählt. Einige seiner Veröffentlichungen sind: 2002: The North (Vol. 31). Flamingo Land. 2003: www.limestonemag.net. Gedichte und Essays. 2004: Pennine Platform (No.56). Not Quite Birdsong. 2006: The North (Vol. 39). Gedichte Heron, Hare und Invitation. Außerdem wurde er 2004 für The Poetry Business’s Second Writing School ausgewählt.

(c) Chrissanti Moukrioti

Schrilles Pfeifen

Ein Schlächter, bei dem ich mal gearbeitet hab,
hat dauernd vor sich hingepfiffen – du kennst die Sorte:
aggressiv, herzlos. Ich stand wie so oft irgendwo
nutzlos rum und plante seinen Tod.

Tagein, tagaus an seinem Hackklotz und Speckschneider
zerriss er die Luft und ließ seinen schrillen Laut ab.
Vom Stempeln am Morgen bis zum Stempeln am Abend –
Colonel Bogey oder The Sheik of Araby.

Und man merkte, er strengte sich an –
dachte er wär gut. Ich dachte wieder
an seine Familie, wie die klarkam.
Dachte über Beileidskarten nach.

Und die anderen Schlächter? Sicherlich
forderte er sein Glück heraus
neben all den Messern und Fleischerhaken.
Nicht zu vergessen, natürlich, den Fleischwolf.

Übersetzt von Chrissanti Moukrioti
---

Nicht gerade Vogelgezwitscher
Ein Schlachter da wo ich mal gearbeitet hab
hat ständig gepfiffen – man kennt solche Typen:
aggressiv, seelenlos. Ich stand
irgendwo nutzlos in der Gegend rum und plante seinen Tod.

Tagelang an seinem Hackblock und seiner Schneidemaschine
hat die Luft durchtrennt und sein schrilles Statement gemacht.
Stempeln früh stempeln spät -
Colonel Bogey oder The Sheik of Araby.

Und man konnte sehen, dass er’s versucht hat –
dachte wohl er wär gut. Hab an
seine Familie gedacht, wie die damit klarkämen.
Hab an Beileidskarten gedacht.

Und die anderen Schlachter? Sicherlich
hat er sein Glück herausgefordert
bedenkt man all die herumliegenden Messer und die Fleischhaken.
Nicht zu vergessen, natürlich, den Fleischwolf

Übersetzt von Nils Osowski
---

Nicht gerade Vogelgezwitscher
Ein Schlächter, bei dem ich einmal arbeitete,
war ein Pfeifer – du kennst die Art Mensch:
aggressiv, seelenlos. Wie so oft stand ich
nutzlos rum und plante seinen Tod.

Tagelang an seinem Schneideblock und Speckschneider
zerfleischt er die Luft – teilt sich auf schrille Weise mit.
Morgens und Abends die Zeit stempeln –
Colonal Bogey oder The Sheik of Araby.

Und er strengte sich sichtlich an –
dachte er wäre gut. Ich dachte mal wieder
an seine Familie, wie die klarkamen.
Dachte an Beileidskarten.

Und die anderen Schlächter? Sicher
forderte er sein Glück heraus
inmitten all dieser Messer und Fleischerhaken.
Ganz zu schweigen vom Fleischwolf natürlich.

Übersetzt von Lukas Sonnberger
About Michael di Placido:
A one-time professional footballer, in what now seems like some previous incarnation, I returned to full-time education in 1997, gaining a bachelor’s and master’s degree in English and Poetry respectively. Currently, a house-husband—of dubious merit—and a wannabee freelance writer—hopefully of a higher order. Works in progress: a first, full collection of poetry; a study of Ted Hughes; an exploration, in verse, of Wilfred Owen’s connections with Scarborough; and, lastly, a poem sequence recounting a trial period spent with Manchester United in 1970.
Quelle: poetry p f

Not Quite Birdsong
A butcher where I worked once
was a whistler - you know the type:
aggressive, soulless. I’d stand around
being useless somewhere planning his death.

Days at his block and bacon slicer
rending the air, making his shrill statement.
Clocking on to clocking off -
Colonal Bogy or The Shiek of Araby.

And you could tell he worked at it –
thought he was good. I’d think
of his family, how they coped.
Thought about sympathy cards.

And the other butchers? Surely
he was pushing his luck
next to all those knives and meat-hooks.
Not forgetting, of course, the mincer.

published in Pennine Platform, No. 56