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Sonntag, 15. Juni 2008

About Annie Clarkson:
Annie Clarkson is a poet, social worker and fiction writer who grew up in East Lancashire mill town and now lives in Manchester. Her first chapbook collection of poems and prose poems is Winter Hands, published by Shadowtrain Books. She has been involved in several collaborative writing projects including: The Embedded Project, a collaboration between poets and printmakers (www.embeddedproject.co.uk); and The Big Picture, with Jackee Batanda, Pauline Keith, and Chris Fittock - one writer from Kampala in Uganda and three from the North West of England – exploring the commonalities and differences in world views. This project ended with a reading at Lancaster Litfest in 2005 and a publication of writing and commentary The Big Picture (www.litfest.org). Other poetry, short fiction and book reviews have been published in anthologies, magazines and on the internet, including: Only Connect - an anthology of poems by Cinnamon Press, Transmission, Sleepingfish, Mslexia, QWF magazine, Ginosko Literary Journal, Shadowtrain, Stride, Dream Catcher and Book Munch.
Quelle: poetry p f

Cloud

Today a cloud the size of a mill has descended and I am breathing its cotton dust deafened by the chatter of its looms.
You point at me making hand gestures the shapes of moons and mouths. You are the other side of the room, light from the windows shattered by stones and pellets, crow wings flapping out omens, calling us dead.

We might be dead today, if being dead can be temporary, we might have stopped the beat of our hearts as if a key could be turned, a machine snapped shut.

I watch your mouth form half-words, your arms slow-wave messages as though you might reach me.

first published in Sleepingfish: Issue 0.9375
Über Annie Clarkson:
Annie Clarksons Texte zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich vom Leben inspirieren lässt. Sie schreibt vor allem Prosagedichte, aber auch Kurzprosa. Einige ihrer Werke wurden in der Anthologie The Big Picture (2005) und ihrer Gedichtsammlung Winter Hands (2007) veröffentlicht. Darüber hinaus hat sie einzelne Gedichte auch im Internet und in Literaturzeitschriften veröffentlicht. Eines ihrer neuesten Projekte war die Mitarbeit an dem Buch Your Messages (2008), einer Sammlung von Kurznachrichten unterschiedlicher Schriftsteller, deren gesamter Verkaufserlös wohltätigen Zwecken zugute kommt. Annie arbeitet gerne mit anderen Künstlern zusammen und interessiert sich sehr dafür, unterschiedliche Künste miteinander zu verbinden.
(c) Miriam Bross

Wolke
Heute stieg eine Wolke herab in der Größe einer Mühle und ich atme ihren Watte-Staub ein, taub gemacht vom Geratter ihrer Webstühle.

Du zeigst auf mich, wobei du Handbewegungen vollziehst in der Form von Monden und Mündern. Du bist die andere Seite des Raums, Licht aus dem Fenster, das von Steinen und Kügelchen zebrochen wird, Krähen-Flügel, die Omen herausschlagen, uns tot rufen.

Wir könnten heute tot sein, falls Tot-Sein temporär sein kann, wir haben vielleicht unseren Herzschlag gestoppt, so als ob ein Schlüssel umgedreht werden kann, eine Maschine, die zuschnappt.

Ich sehe deinem Mund dabei zu, wie er halbe Worte formt, deine Arme winken in langsamer Bewegung Botschaften, als ob du mich erreichen könntest.

Übersetzt von Anna Barbara Braun
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Wolke
Heute ist eine Wolke so groß wie eine Mühle herabgesunken und ich atme den
vom Geklapper ihrer Webstühle betäubten Baumwollstaub ein.

Du zeigst auf mich, machst Gesten mit deiner Hand, formst Monde und Münder. Du bist die andere Seite des Raumes, Licht von den Fenstern von Steinen und Kieseln zerschmettert, Krähenflügel flattern Omen, nennen uns Tote.

Wir könnten heute tot sein, wenn tot sein vorübergehend sein könnte, wir könnten
den Schlag unserer Herzen stoppen, als ob ein Schlüssel gedreht werden könnte, eine Maschine zuschnappen würde.

Ich beobachte deinen Mund halbe Worte formen, deine Arme wehen langsam Nachrichten, als ob du mich erreichen könntest.

Übersetzt von Miriam Bross
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Wolke
Heut` ist eine Wolke, so groß wie die Mühle, vom Himmel gestiegen und ich atme den bauschigen Mantel, betäubt vom Rauschen des Körpers.

Du malst über mir mit den Händen die Bilder von Monden und Mündern. Du bist die andere Seite des Raumes, Licht aus den Fenstern zersprungen an Geröll und den Kieseln, die Flügel der Krähen verfluchen, sie erklären uns schon für tot.

Wir könnten heute tot sein, wenn dieser Tod nicht ewig wäre, wir könnten heut` den Herzschlag stoppen wie sich ein Schlüssel drehen kann und die Maschine rastet ein.

Ich sehe, wie dein Mund nur halbe Wörter formt und deine Arme schleudern Signale, als ob du mich berühren wolltest.

Übersetzt von Michael Preidel