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Freitag, 17. April 2009


Rod Riesco, der 1949 in London geboren wurde, hat es mittlerweile gen Norden gezogen, wo er nun in Lancashire lebt. Er ist ausschließlich als freiberuflicher Übersetzer tätig und widmet seine restliche Zeit der Poesie. Zudem ist er Geschäftsführer der „Bank Street Writers“ in Bolton. Seine letzte Veröffentlichung Familiar Machines erschien im Jahre 2002 bei Wilderswood Press.

Chrissanti Moukrioti


Linien

Liebe wird dann langsam sein
wie Tragbalken, die über blaues Wasser treiben.
Der Junge
in der Ecke des Waggons,

der mit seiner Bierdose knackt,
wird erstarren. Eine Veränderung wird über uns kommen
wie Schnee
am Ende eines violetten Aprilregens,

der sanfte Finger abgleiten lässt
in die Mechanismen des Weißdorns,
die Getriebe
der Narzissen. Wie Träume sind wir

unzeitgemäß,
abgekühlt in einem abgesperrten Van. Dieser Zug
ist entgleist,
sein Rückgrat in Vergessenheit gezogen.

Säulen fallen für immer,
versagen es festen Boden zu finden. Wir sind übergegangen
in
unsere Ungewissheit: eine Brücke der Auflösung.

Man kann nicht Springen
von diesem Bereich. Auf der Fläche der
Glockenkurve
behaupten wir unsere Noten, halten den Akkord.

Übersetzt von Chrissanti Moukrioti


Linien

Liebe wird dann langsam sein
wie Balken, die über blaues Wasser treiben.
Der Junge
in der Ecke des Waggons,

der mit seiner Bierdose knistert,
wird erstarren. Eine Veränderung wird über uns kommen
wie Schnee
im Gefolge von malvenfarbenem Aprilregen,

sanfte Finger
in das Treiben von Weißdorn,
das Getriebe
von Narzissen steckend. Wie Träume

entsprechen wir nicht der Jahreszeit,
abgekühlt in einem abgesperrten Van. Dieser Zug
entgleist,
sein Rückrad in Vergessenheit gezerrt.

Säulen fallen für immer,
finden keinen Boden. Wir sind hineingewachsen
in
unsere Ungewissheit: eine Brücke aus Überblendung.

Man kann nicht springen
von diesem Bereich aus. Auf der Abflachung der
Glockenkurve
bleiben wir bei unseren Noten, halten den Akkord.

Übersetzt von Theresa Neumeier


Linien

Liebe wird dann mühsam sein
wie Balken treibend in blauen Gewässer.
Der Junge
in der Ecke des Waggons

der an seiner Bierdose knackt
wird erstarren. Eine Wandlung wird uns umschließen
wie Schnee auf der Schleppe eines lila Aprilregens

sanfte Finger gleitend
zwischen sprießenden Rotdorn
und treibende Narzissen. Als Träume sind wir

unzeitig,
abgekühlt in einem abgeschlossenen Wagen. Ein
entgleister
Zug, mit dem Rückgrat der Vergessenheit gewandt.

Säulen in ewigem Fall
finden keinen Boden. Wir sind selbst
in die
Schwebe gegangen: eine zerfließende Brücke.

Keine Chance zu springen
aus dieser Spanne. In der Tieflage der
Glockenkurve
wir bewahren die Noten, halten den Akkord.

Übersetzt von Aprilia Zank

Rod Riesco, born 1949 in London, has gradually moved northward and now lives in Lancashire. He works full-time as a freelance translator and spends as much time as possible on poetry. Furthermore he is the secretary of Bank Street Writers, Boston. His latest collection (pamphlet) Familiar Machines was published in Wilderswood Press, 2002.

Quelle: poetry p f

Lines

Love will be slow then
as girders crossing blue water.
The boy
in the corner of the carriage

clicking his beer can
will freeze. A change will adopt us
like snow
on the tail of mauve April rain

slipping soft fingers
into the workings of hawthorn,
the gears
of daffodils. As dreams, we are

unseasonable,
chilled into a locked van. This train
derailed,
its spine dragged to oblivion.

Pillars fall for ever,
fail to find ground. We have grown
into
our suspense: a bridge of dissolve.

There is no jumping
from this span. On the flat of the
bell curve
we maintain our notes, hold the chord.

published in Brando's Hat, No. 9, 2000